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Dekubitusmatratzen

1. Wodurch zeichnen sich Dekubitusmatratzen aus und warum sind sie so wichtig?

Pflegebedürftige Menschen sind aufgrund altersbedingter oder krankheitsbedingter Einschränkungen viele Stunden am Tag an das Bett gebunden oder komplett bettlägerig. Daher ist die Auswahl einer bedarfsgerechten Dekubitusmatratze enorm wichtig, um eine optimale therapeutische und pflegerische Versorgung des Pflegebedürftigen zu ermöglichen.
Pflegematratzen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie können in der Dekubitusprophylaxe und -therapie (Vermeidung und Behandlung von Druckgeschwüren), für die Schmerzbehandlung, bei der Inkontinenzversorgung und auch bei der Versorgung von demenzerkrankten Menschen hilfreich sein. Zudem soll eine Pflegematratze bequem sein und einen erholsamen Schlaf ermöglichen.

1.1 Unterschied von herkömmlichen Matratzen zu Dekubitusmatratzen

Eine Dekubitusmatratze dient nicht allein dem gesunden und komfortablen Schlaf, sondern ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung einer bestimmten Therapiemaßnahme, die auf die individuellen Bedürfnisse sowie Pflege- und Therapieziele des einzelnen Pflegebedürftigen abgestimmt sein muss.
Wesentliche Unterschiede zu handelsüblichen Matratzen sind:

  • speziell aufeinander abgestimmte Schaumstoffarten (Komfortschaum, Kaltschaum, Viscoschaum usw.) und Schaumstoffschichten, z.B. zur gezielten Druckentlastung
  • speziell definierte Oberflächenstrukturen (Quer- oder Längseinschnitte, Würfelstrukturen usw.) durch verschiedenste Einschnitte für eine anpassungsfähigere, druckentlastende und bewegungsfördernde Lagerung des Pflegebedürftigen
  • hohe Punktelastizität, um die Anpassungsfähigkeit an den Körper zu verbessern
  • Möglichkeit einer guten Luftzirkulation, auch innerhalb der Pflegematratze, durch Löcher und Kanäle für ein feuchtigkeitsregulierendes Bettklima
  • besonders abgestimmt auf die Verstellmöglichkeiten von Pflegebetten durch besondere Einschnitte an den Knickstellen, sodass eine bessere Beweglichkeit der Matratze ohne Beschädigung ermöglicht wird
  • Verwendung von schwerentflammbaren oder nicht entflammbaren Materialien
  • Benutzung von biokompatiblen, nicht toxischen Materialien
  • Schaumstoff-Pflegematratzen können in der Regel autoklaviert (desinfiziert) werden
  • Einsatz von atmungsaktiven und wasserundurchlässigen Matratzenhüllen / Spannbezügen, die beständig gegenüber Blut, Urin, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind
  • Waschbare Bezüge bei 95°C in der Waschmaschine
  • Möglichkeit der Lagerung und Versorgung von adipösen (übergewichtigen) Pflegebedürftigen durch spezielle Schwerlastmatratzen

1.2 Anti-Dekubitus-Matratzen

Das Wundliegen (Entstehung eines Dekubitus) ist bei Pflegebedürftigen, die viel liegen, eine ständig begleitende Gefahr. Dieser Vorzubeugen oder einen Dekubitus zu heilen ist immer auch ein Aspekt von Pflegematratzen, weshalb man auch von Anti-Dekubitus Matratzen spricht.
Definition Dekubitus:
Im Duden wird die Bedeutung des Dekubitus als „das Wundliegen als Folge langen Liegens bei bettlägerigen Kranken“ beschrieben.
Nach der EPUAP/ NPUAP (European Pressure Ulcer Advisory Panel /National Pressure Ulcer Advisory Panel) ist die internationale Definition von Dekubitus „eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften.“ (Leitlinie Dekubitus Prävention, Eine Kurzanleitung, EPUAP, NPUAP: 2009)
Es gibt viele Risikofaktoren, die einzeln oder zusammen auftretend, die Entstehung eines Dekubitus begünstigen.
Zum Beispiel sind das:

  • Druckbelastung auf die Haut: 
    Durch eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit kann der Pflegebedürftige nicht den Druckbelastungen, die während des Liegens oder Sitzens innerhalb einer gewissen Zeit auf die Haut bzw. das Gewebe entstehen, durch selbstständige Ausgleichsbewegungen entgegenwirken. Dadurch werden die Blutgefäße im Gewebe deformiert und die Durchblutung vermindert, was eine Unterversorgung und ein Absterben des Hautgewebes zur Folge hat.
  • Grunderkrankungen:
    Durch die Auswirkungen und Folgen von Grunderkrankungen wird die Entstehung eines Dekubitus gefördert. Zum Beispiel schädigt die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus die Blutgefäße und verschlechtert die Blutzirkulation. Außerdem entwickelt sich bei den Betroffenen ein reduziertes Schmerzempfinden, sodass Schmerzen, die durch Druckbelastungen entstehen, nicht wahrgenommen werden. Es erfolgt dann keine Druckentlastungen durch Ausgleichsbewegungen.
  • Hautzustand im Alter:
    Mit dem Alter verändert sich die Hautstruktur. Sie wird schlaffer, trockener und verliert an Elastizität. Dadurch ist die Haut im Alter nicht mehr so widerstandsfähig und wird verletzlicher. Die Wundheilung wird im Alter auch langsamer.
  • Inkontinenz:
    Bei einer bestehenden Inkontinenz kann der Pflegebedürftige den Urin oder Stuhl nicht mehr kontrolliert ausscheiden. In solchen Fällen können verschiedene Inkontinenzartikel wie Einlagen und Windelhosen helfen. Jedoch ist die Haut ständig feucht und es wirken Schadstoffe und Bakterien aus dem Urin bzw. dem Stuhl ständig auf die Haut ein. Dadurch wird die Haut geschädigt und ist wiederum empfindlicher.
  • Falsche Lagerung des Pflegebedürftigen:
    Wird der Pflegebedürftige zu hart gelagert oder werden Lagerungstechniken falsch angewendet, kann es zu einer zusätzlichen Druckbelastung und zu Verletzungen der Haut durch Scherkräfte kommen.

 

2. Welche Dekubitusmatratze ist die Richtige?

2.1 Worauf ist beim Kauf zu achten?

Das vielseitige Angebot an Pflegematratzen bzw. Dekubitusmatratzen macht es nicht leicht, die geeignete Matratze zu finden. Eine Pflegematratze, die vielleicht für eine Vielzahl von Menschen die Richtige ist, kann für den einzelnen Pflegebedürftigen aufgrund seiner Bedürfnisse und seiner Erkrankung unpassend sein. Wenn möglich sollte bei der Auswahl der geeigneten Pflegematratze eine Pflegefachkraft für die Beratung hinzugezogen werden. 
Zu beachten ist, welche Grunderkrankungen und damit verbundene Einschränkungen vorliegen, da Pflegematratzen speziell auf die jeweiligen Krankheiten und Therapieziele ausgerichtet sind. So gibt es Pflegematratzen für die Vermeidung bzw. Behandlung von Dekubitus, für die Versorgung von Pflegebedürftigen mit Demenz, für die Linderung von durch Arthrose oder Rheuma verursachten Schmerzen oder Pflegematratzen speziell für die Versorgung von Menschen mit einer Inkontinenz.
Aspekte die die Person betreffen:

  • Hat der Pflegebedürftige eine Inkontinenz? In diesem Fall sollte zusätzlich ein wasserundurchlässiger Matratzenschoner oder eine wasserundurchlässige Matratzenhülle angeschafft werden.
  • Achten Sie darauf, dass die Pflegematratze gemäß Herstellerangaben für das Körpergewicht des Pflegebedürftigen geeignet ist. Oft sind Pflegematratzen in Abhängigkeit vom Gewicht des Pflegebedürftigen nach Härtegraden eingeteilt. Jedoch sollte individuell ausprobiert werden, welcher Härtegrad der Pflegematratze eine optimale Lagerung des Pflegebedürftigen zulässt.

Allgemeine Punkte bezüglich der Matratze:

  • Ist die Pflegematratze zusammen mit einem Pflegebett verwendbar? Die Pflegematratze muss in ihrer Länge und Breite vollständig den Abmessungen der Liegefläche eines evtl. bereits vorhandenen Pflegebettes entsprechen, da es sonst zu Verletzungen kommen kann. Außerdem sollten bei Pflegematratzen aus Schaumstoff Einschnitte an den Knickstellen vorhanden sein, die ein Anstellen der Rückenlehne und der Oberschenkelauflage uneingeschränkt möglich machen.
  • Die Pflegematratze und die Matratzenhülle / der Matratzenbezug müssen leicht zu reinigen sein. Der Matratzenschutz muss bei mindestens 60°C in der Waschmaschine gewaschen und auch desinfiziert werden können.
  • Pflegematratzen sollten aus hochwertigen Materialien bestehen, da sie durch die langen Liegezeiten und die pflegerischen Maßnahmen viel mehr beansprucht werden, als herkömmliche Matratzen. Ein wichtiger Indikator für die Qualität bei Schaumstoffmatratzen ist das Raumgewicht (mindestens 40kg/m3). Je höher das Raumgewicht, desto langlebiger ist die Matratze.
  • Sind Sie Allergiker oder Asthmatiker? In der Regel bestehen Pflegematratzen aus schadstofffreien und hautfreundlichen Materialien. Trotzdem sollte vor der Anschaffung geklärt werden, ob die Materialien der Pflegematratze und auch des Bezuges allergisch (z.B. Latexallergie) unbedenklich sind. Der Hersteller der Matratze kann Ihnen hierzu Auskunft geben.
  • Sind die Pflegematratze und der Matratzenschutz atmungsaktiv? Ein großer Risikofaktor für das Wundliegen (Dekubitus) bei Pflegebedürftigen, die lange Zeit im Bett liegen, ist die entstehende Feuchtigkeit zwischen Körper und der Pflegematratze. Um diesen Risikofaktor entgegenzuwirken, ist eine gute Luftzirkulation innerhalb der Pflegematratze und zwischen Körper und Matratzenschutz wichtig. Deshalb muss bei der Auswahl der Pflegematratze und des Matratzenschutzes auf atmungsaktive Materialien geachtet werden. So ist zum Beispiel Kaltschaumstoff offenporig und atmungsaktiver als Viscoschaum.
  • Soll die Pflegematratze häufig gewendet oder aus dem Bett genommen werden? (z.B. für den regelmäßigen Wechsel einer umseitigen Matratzenhülle) Dazu sollte die Pflegematratze leicht und die Matratzenhülle ggf. mit Halteschlaufen versehen sein.
  • Ist Ihr Lattenrost für die Pflegematratze geeignet? Einige Lattenroste haben zwischen den einzelnen Latten zu große Abstände, sodass die Matratze in den Zwischenräumen durchdrückt. Bei Schaummatratzen sollte der Abstand zwischen den einzelnen Latten nicht mehr als sechs Zentimeter betragen, damit diese nicht mit der Zeit beschädigt wird.

Pflegematratzen mit Viscoschaum (Memory Schaum):
Wenn Sie eher ein unruhiger Schläfer sind und in der Nacht öfter die Schlafposition wechseln, ist eine Pflegematratzen mit Viscoschaum nicht zu empfehlen. Neben der Eigenschaft des Viscoschaums, dass er mit zunehmender Wärme weicher wird und sich somit gut an die Körperkonturen anpasst (gute Weichlagerung), werden die Schlafbewegungen möglicherweise erschwert. Insbesondere für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Kraft und Mobilität ist dadurch ein selbstständiger Positionswechsel im Schlaf schwierig. Die Eigenbewegungen und die Mobilität werden weiter zusätzlich eingeschränkt. Auch für Menschen, die im Schlaf leicht schwitzen, ist eine Pflegematratze mit Viscoschaum nicht ratsam, da der Viscoschaum eher Wärme speichert und gering atmungsaktiv ist.
Pflegematratzen mit Wechseldruckfunktion:
Es gibt Pflegematratzen, die aus Luftkammern bestehen und für die Dekubitusversorgung verwendet werden. Dabei werden die Luftkammern abwechselnd befüllt bzw. entleert, sodass eine Druckbelastung an den aufliegenden Körperstellen immer nur kurzzeitig vorliegt. Solche Wechseldruckmatratzen sollten nicht bei Pflegebedürftigen mit einer Demenz/Alzheimer, mit Schmerzen, mit Wahrnehmungsstörungen oder nach einem Schlaganfall verwendet werden.

2.2 Welche Dekubitusmatratzenarten gibt es?

Liegt bei einem Pflegebedürftigen mindestens ein Risiko für die Entstehung eines Dekubitus vor oder besteht bereits ein Dekubitus, ist es sinnvoll eine Anti-Dekubitus-Matratze anzuschaffen.
Es gibt verschiedene Varianten, die unterschiedliche Wirkprinzipien haben. Entweder funktionieren sie als statische Systeme nach dem Prinzip der Druckverteilung oder bewirken als dynamische Systeme eine temporäre Druckentlastung. Es sind auch Systeme möglich, die die statische und dynamische Arbeitsweise kombinieren.
Statische Systeme zur Weichlagerung
Schaumstoffmatratzen für die Weichlagerung wirken nach dem Prinzip der Druckverteilung. Solche Anti-Dekubitus-Schaumstoffmatratzen bestehen meist aus aufeinander abgestimmten, unterschiedlich harten Schaumstoffen und Schichten. Die obere Schaumstoffschicht ist die weichste Schicht, um eine optimale Anpassung an die Körperkonturen des Pflegebedürftigen zu erreichen. Dadurch erfolgen eine Verteilung und Verminderung der Druckbelastung auf das Körpergewebe. Zusätzliche Längs- und Quereinschnitte in der oberen Schaumstoffschicht (Würfelstruktur) erzeugen eine punktelastische Druckverteilung. Es gibt auch Anti-Dekubitus-Würfelmatratzen, bei denen einzelne Schaumstoffwürfel herausgenommen werden können, um an speziell gefährdeten Stellen eine optimale Druckentlastung zu erhalten.
Hinweis: Gegenüber den dynamischen Systemen sind Weichlagerungsmatratzen für die Dekubitusprophylaxe und -therapie die bessere Alternative. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass eine andauernde Weichlagerung die Beweglichkeit des Pflegebedürftigen einschränkt und es zur Reduzierung von Spontanbewegung kommen kann.
Dynamische Systeme zur temporären Druckentlastung
Die dynamischen Systeme zur temporären Druckentlastung werden auch Wechseldrucksysteme genannt. Diese Systeme bestehen aus einer luftgefüllten Wechseldruckmatratze, die an ein elektronisches Steuergerät angeschlossen ist. Die Wechseldruckmatratze besteht aus einzelnen Luftzellen, die abwechselnd in einem gleichmäßigen Rhythmus auf- und abgepumpt werden. Die Körperbereiche des Pflegebedürftigen werden dadurch abwechselnd vom Druck der Wechseldruckmatratze entlastet.
Hinweis: Pflegebedürftige mit Wahrnehmungsstörungen, mit Demenz oder nach einem Schlaganfall sollten nicht auf einer Wechseldruckmatratze gelagert werden, da die wechselnden Bewegungen störend sein können. Außerdem ist bei der Anschaffung eines dynamischen Systems zu berücksichtigen, dass dieses laute Betriebsgeräusche sowie einen möglichen Wartungs- und Reparaturaufwand haben können.
Dynamische Systeme zur Stimulation der Mikrobewegungen
Diese Komplettsysteme bestehen aus einer mehrschichtigen Schaumstoffmatratze, die auf einem speziellen Rahmen inklusive Lattung liegt. Angeordnete Flügelfedern im Rahmen nehmen kleinste Bewegungen auf und geben diese durch die Matratze an den Pflegebedürftigen zurück. Dadurch entstehen Mikrobewegungen, die eine Druckentlastung zur Folge haben.
Kombinierte Schaumstoff-Luftkissenmatratzen
Kombinierte Schaumstoff-Luftkissenmatratzen (Hybridsystem) bestehen aus einem Schaumstoffmatratzenkern, der in verschiedene Kammern unterteilt ist, welche über ein Ventilsystem miteinander verbunden sind. Die Be- und Entlüftung erfolgt durch das Körpergewicht des Pflegebedürftigen oder wird bei der motorisierten Ausführung über eine elektronische Steuereinheit automatisch durchgeführt. Es kann sowohl ein statischer, als auch ein dynamischer Betrieb mit wechselnder Entlastung eingestellt werden. Dadurch, dass sich die Luft in den Schaumluftzellen selbstständig verteilt sowie durch das elastische Verhalten des Schaumstoffs, wird eine verbesserte Anpassung der Matratze an die Körperkonturen und somit eine Druckverteilung erreicht.
Dynamische Liegehilfen zur Umlagerung
Diese Systeme ermöglichen es, den Pflegebedürftigen in bestimmten Lagerungsintervallen aus der waagerechten Position in eine stabile 30° Lagerung zu bringen. Sie bestehen aus einer unteren und einer oberen Matratze. Die untere Matratze ist in der Längsrichtung beweglich und ermöglicht es z.B. durch Aufblasen verschiedener Luftkammern die obere Matratze entlang der mittleren Längsachse anzuwinkeln. Die Steuerung des Systems erfolgt über ein elektronisches Steuergerät. Um eine optimale Einsinktiefe zu erzielen und die Auflagefläche auf der Matratze zu vergrößern, ist der Fülldruck abhängig vom Körpergewicht einstellbar.
Wichtig: Die unterschiedlichen Varianten der Anti-Dekubitus-Matratzen habe alle das gleiche therapeutische Ziel - die Dauer und die Stärke der Druckkräfte auf die Haut zu verringern und somit die Entstehung eines Dekubitus zu verhindern und die Wundheilung bei bestehenden Dekubiti zu unterstützen. Jede Anti-Dekubitus-Matratze ist ausschließlich ein unterstützendes Hilfsmittel, dass die regelmäßig erforderlichen Lagerungswechsel des Pflegebedürftigen nicht ersetzen. Durch diese Hilfsmittel können ggf. die Lagerungsintervalle verlängert werden.
Pflegematratzen für Demenzerkrankte
Menschen mit einer Demenz verlieren zunehmend die Fähigkeit, sich bewusst und sicher zu bewegen, sich zu ernähren, die eigene Körperpflege durchzuführen und ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Außerdem verlieren sie immer mehr die eigene Körperwahrnehmung, sodass auch eine Orientierungslosigkeit, unruhiges und nervöses Verhalten sowie Angstzustände auftreten können. Der Demenzerkrankte versucht ständig die Eigenwahrnehmung wiederherzustellen und schläft dadurch oftmals unruhig. Daher dürfen Pflegematratzen für Demenzerkrankte nicht zu weich sein, da die Wahrnehmung beeinträchtigt wird und sich der Pflegebedürftige durch das tiefe Einsinken eingeengt fühlt. Eher müssen die Pflegematratzen fester sein und die Eigenwahrnehmung des Demenzerkrankten stimulieren. Dies kann zum Beispiel mit impulsgebenden Schaumstoffwürfeln in der Liegefläche oder durch Flügelfedern erreicht werden. Wenn sich der Demenzerkrankte auf der Pflegematratze sicher fühlt, wird er ruhiger und verspürt weniger Bewegungsdrang. Manche Pflegematratzen für Demenzerkrankte können zusätzlich mit einem Bettfluchtsystem ausgestattet werden. Wenn der Pflegebedürftige unruhig wird und sich auf die Bettkante setzt, löst ein integrierter Sensor einen akustischen und optischen Alarm aus. Dadurch kann die Pflegeperson rechtzeitig reagieren und den Demenzerkrankten vor Stürzen bewahren oder vor dem Weglaufen hindern.
Pflegematratzen bei Inkontinenz
Viele Pflegebedürftige leiden aufgrund einer Krankheit oder aufgrund ihres Alters an einer Inkontinenz, d.h. einem unkontrollierten Ausscheiden des Urins oder des Stuhls. Verschiedene Hilfsmittel, wie Einlagen, Windeln, Matratzenschutz können den Alltag trotz einer Inkontinenz erleichtern. Für die Nacht sind neben diesen Hilfsmitteln Pflegematratzen mit Inkontinenzschutz eine gute Alternative. Insbesondere Schaumstoffmatratzen lassen sich nach dem Kontakt mit Urin, Stuhl oder anderen Flüssigkeiten schlecht reinigen und desinfizieren. Dies ist nicht nur unhygienisch, sondern es können auch Infektionskrankheiten entstehen. Der Schaumstoff benötigt auch viel Zeit zum Trocknen, was zu Schimmelbildung führen kann. Um einem Kontakt mit Ausscheidungen und Flüssigkeiten zu verhindern, gibt es Pflegematratzen mit Matratzenhülle mit außenseitiger Polyurethan-Beschichtung. Solche Matratzenhüllen schützen die gesamte Pflegematratze, sind von außen nach innen wasserundurchlässig, jedoch von innen nach außen atmungsaktiv. Sie sind rundum elastisch und liegen faltenfrei an der Pflegematratze an. Durch einen Reißverschluss können sie abgezogen und bei mindestens 60°C gewaschen werden.

 

3. Welches Zubehör ist wann hilfreich?

Für Pflegematratzen sind folgende Zubehörteile möglich:

  • Inkontinenzauflagen
    Inkontinenzauflagen werden vollständig oder nur im Bereich des Gesäßes auf die Matratzenoberseite gelegt. Sie sind wasserundurchlässig. Gegenüber einer kompletten Matratzenhülle mit PU-Beschichtung haben Inkontinenzauflagen den Nachteil, dass sie die Matratze nicht vollständig schützen.
  • Inkontinenzbezüge
    Inkontinenzbezüge sind Spannbezüge mit einer äußeren Polyurethan-Beschichtung. Sie sind reißfest und dehnbar. Ein Schutz der Pflegematratze ist nicht vollständig gegeben. Gegenüber einer kompletten Matratzenhülle haben Inkontinenzbezüge den Nachteil, dass sie eher zur Faltenbildung neigen. Falten können zusätzliche Druckstellen hervorrufen und somit ein zusätzliches Dekubitusrisiko für Pflegebedürftige sein.  
  • Inkontinenz-Matratzenhüllen 
    Inkontinenz-Matratzenhüllen haben außen eine Polyurethan-Beschichtung. Solche Matratzenhüllen schützen die gesamte Pflegematratze, sind von außen nach innen wasserundurchlässig, jedoch von innen nach außen atmungsaktiv. Sie sind rundum elastisch und liegen faltenfrei an der Pflegematratze an. Durch einen Reißverschluss können sie abgezogen und bei mindestens 60°C gewaschen werden.
  • Matratzenverlängerungsstücke 20cm
    Im Fall einer nachträglichen Verlängerung des Pflegebettes auf 220cm bieten Hersteller Matratzenverlängerungsstücke von 20cm an, um nicht eine neue Pflegematratze anschaffen zu müssen. Diese Matratzenverlängerungsstücke haben im Idealfall den gleichen Aufbau und den gleichen Bezug, wie die Pflegematratze.
  • Matratzenschoner
    Matratzenschoner dienen ausschließlich als Schutz der Matratze und werden zwischen den Lattenrost und die Matratzenunterseite gelegt.
  • Matratzenschutz
    Ein Matratzenschutz besteht meist aus Baumwolle oder einem wasserundurchlässigen Material. Er dient als Schutz der Matratzenoberseite.

 

4. Gibt es finanzielle Unterstützung beim Kauf einer Dekubitusmatratze?

4.1 Von wem gibt es Unterstützung?

Wenn Sie eine Pflegematratze benötigen, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder Pflegekasse möglich. Die Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse haben nach dem fünften Sozialgesetzbuch (SGB V), § 33 Anspruch auf die Versorgung mit einem Hilfsmittel, zum Beispiel einer Pflegematratze.
Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?
Nach Genehmigung der Kostenübernahme übernimmt die Krankenkasse die mit ihren Anbietern (Sanitätshaus, Orthopädietechniker) vertraglich vereinbarten Preise. Zusätzlich müssen die Versicherten ab dem 18. Lebensjahr eine geringfügige Zuzahlung (Eigenanteil) von höchstens 10 Euro zahlen, sofern sie nicht von einer Zuzahlung befreit sind. Es entstehen für den Versicherten Mehrkosten, wenn der Versicherte eine Pflegematratze mit einer nicht notwendigen und aufwendigeren Ausführung als die angebotene Pflegematratze auswählt. Wird die Kostenübernahme nicht von der Krankenkasse übernommen, kann ein Antrag zur Kostenübernahme bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Versicherten einer gesetzlichen Pflegekasse haben nach dem Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI), § 40 Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, zum Beispiel einer Pflegematratze.
Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse?
Nach Genehmigung der Kostenübernahme übernimmt die Pflegekasse die Kosten der Pflegematratze, die für die Erstanschaffung anfallen. Zusätzlich müssen die Versicherten ab dem 18. Lebensjahr eine geringfügige Zuzahlung (Eigenanteil) von höchstens 25 Euro bezahlen, sofern sie nicht von einer Zuzahlung befreit sind.

4.2 Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Krankenkasse kann die Kosten für die Pflegematratze unter den folgenden Voraussetzungen übernehmen:

  1. Durch die Verwendung der Pflegematratze wird der Erfolg der Krankenbehandlung gesichert, einer drohenden Behinderung wird vorgebeugt oder dadurch wird eine Behinderung ausgeglichen.
  2. Eine vertragsärztliche Verordnung (Rezept) ist bei Erstversorgung vorhanden.
  3. Die Pflegematratze muss mindestens die im Hilfsmittelverzeichnis gestellten Anforderungen an die Qualität der Versorgung und der Produkte erfüllen und im Hilfsmittelverzeichnis erfasst sein.

Ein Grad der Pflegebedürftigkeit muss nicht bestehen.
Die Pflegekasse kann die Kosten für eine Pflegematratze unter den folgenden Voraussetzungen übernehmen:

  1. Die Verwendung der Pflegematratze muss zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen.
  2. Die Pflegematratze ist soweit nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten.
  3. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der Versorgung mit der beantragten Pflegematratze unter Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes (MDK) wurde durchgeführt.
  4. Es besteht eine Pflegebedürftigkeit, d.h. ein Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad) wurde durch den Medizinischen Dienst (MDK) bestätigt.
  5. Die Pflegematratze erfüllt mindestens die im Pflegehilfsmittelverzeichnis festgelegten Anforderungen an die Qualität der Versorgung und der Produkte und ist im Pflegehilfsmittelverzeichnis erfasst.

Wem gehört die Pflegematratze?
Wenn Sie eine Pflegematratze beantragt haben und ihre Krankenkasse/Pflegekasse die Kostenübernahme bewilligt hat, erhalten Sie diese Pflegematratze meist von einem Sanitätshaus. Beachten Sie, dass es lediglich eine Leihgabe ist, d.h. grundsätzlich bleibt die Matratze Eigentum der Kranken- oder Pflegekasse. Sie darf nicht weiter verliehen, verschenkt oder verkauft werden. Wird die Pflegematratze nicht mehr benötigt, wird sie wieder vom Lieferanten (Sanitätshaus) abgeholt, wiederaufbereitet oder entsorgt.

4.3 Ablauf der Beantragung einer Matratze

Wie wird die Kostenübernahme für die Pflegematratze bei der Krankenkasse beantragt?
Wenn Ihr behandelnder Arzt für Sie die Notwendigkeit einer Pflegematratze sieht, muss er eine ärztliche Verordnung (Rezept) erstellen. Sie als Versicherter müssen sich mit dieser ärztlichen Verordnung dann an Ihre Krankenkasse wenden und sich über die Hilfsmittelanbieter erkundigen, mit denen Ihre Krankenkasse Versorgungsverträge abgeschlossen hat. Alternativ können Sie meistens auch auf der Homepage Ihrer Krankenkasse eine Onlinesuche der Vertragspartner (Hilfsmittelanbieter) für Ihre Pflegematratze durchführen. Nachdem die Krankenkasse Ihnen einen Hilfsmittelanbieter (Sanitätshaus usw.) für Ihre Pflegematratze genannt hat, lassen Sie sich dort einen Kostenvoranschlag erstellen. Anschließend reichen Sie den Antrag für die Pflegematratze zusammen mit der ärztlichen Verordnung bei der Krankenkasse des Pflegebedürftigen ein. Die Krankenkasse hat nun drei Wochen Zeit, Ihren Antrag zu prüfen und die Kostenübernahme zu entscheiden. Wird die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bewilligt, liefert das zuständige Sanitätshaus eine passende Pflegematratze an Sie aus.
Wie wird die Kostenübernahme für das Pflegebett bei der Pflegekasse beantragt?
Der Antrag für die Kostenübernahme der Pflegematratze ist in der Regel bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen als Vordruck oder online erhältlich. Der Antrag kann zunächst auch formlos bei der Pflegekasse per Telefon gestellt werden und der Vordruck wird zum Ausfüllen zugeschickt. Eine ärztliche Verordnung wird für den Antrag für die Kostenübernahme bei den Pflegekassen nicht benötigt. Jedoch muss eine Pflegebedürftigkeit vorliegen, d.h. ein Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad) wurde durch den Medizinischen Dienst (MDK) bestätigt. Bereits ab dem Pflegegrad I hat der Pflegebedürftige Anspruch auf ein Pflegehilfsmittel, also auch auf eine Pflegematratze. Bestätigt der MDK eine Pflegebedürftigkeit, kann in seinem Gutachten der Bedarf einer Pflegematratze beschrieben sein. Nach einem positiven Bescheid über die Kostenübernahme durch die Pflegekasse sucht das entsprechende Sanitätshaus die passende Pflegematratze aus und liefert sie dem Pflegebedürftigen aus.

4.4 Was können Sie tun, wenn der Antrag abgelehnt wurde?

Wenn der Antrag für die Kostenübernahme von Ihrer Kranken- oder Pflegekasse abgelehnt wird, haben Sie ein Widerspruchsrecht. Dieser Widerspruch muss schriftlich innerhalb von vier Wochen nach Zugang des Ablehnungsbescheides bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse eingereicht werden. Auf dem Ablehnungsbescheid ist die Widerspruchsfrist vermerkt. Es ist zu empfehlen den Widerspruch zu begründen und die Notwendigkeit der Pflegematratze für den Pflegebedürftigen deutlich darzulegen. Lassen Sie sich bei dem Widerspruch von Ihrem behandelnden Arzt helfen und den Widerspruch bescheinigen. Nach Prüfung Ihres Widerspruchs wird ein zweiter Bescheid der Krankenkasse/Pflegekasse zugeschickt. Die Krankenkasse/Pflegekasse hat nun die Möglichkeit, die Kostenübernahme doch noch zu bewilligen oder sie erneut abzulehnen. Wenn der Widerspruch gänzlich abgelehnt werden sollte, können Sie Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Hierfür empfiehlt es sich, sich durch einen Fachanwalt beraten zu lassen.
Hinweis: Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen bei Ihrer Pflegekasse stellen, haben Sie Anspruch auf eine individuelle und kostenlose Beratung durch einen Pflegeberater oder eine Pflegeberaterin. Die Pflegeberatung nennt Ihnen mögliche bundes- oder landesrechtliche Sozialleistungen sowie sonstige Hilfsangebote und hilft Ihnen bei der Inanspruchnahme der Leistungen. Die Pflegekassen bieten einen Termin und eine Ansprechperson für solch eine Pflegeberatung an, die innerhalb von zwei Wochen nach der Antragstellung stattfinden sollte. Es ist aber auch möglich, die Hilfe von Pflegeberatern/Pflegeberaterinnen der Kommunen oder der Wohlfahrtverbände in Anspruch zu nehmen. In vielen Städten arbeiten die meisten Pflegeberater / -innen in sogenannten Pflegestützpunkten. Auch die Angehörigen können eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen, sofern die pflegebedürftige Person zustimmt.

 

5. Dekubitusmatratze selbst kaufen – Worauf achten und was kostet eine Matratze?

5.1 Was muss bei der Auswahl beachtet werden?

Wenn Sie eine neue Pflegematratze selbst kaufen wollen, haben Sie die Vorteile, dass Sie Ihre Matratze nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen aussuchen oder zusammenstellen können. Auch ist in diesem Fall sicher, dass Sie eine fabrikneue und keine wiederaufbereitete Pflegematratze bekommen. Mittlerweile werden im Internet sehr gute und vor allem preisgünstige Pflegematratzen auch von Markenherstellern angeboten.

5.2 Was kostet eine Dekubitusmatratze?

Die Kosten für eine Pflegematratze sind abhängig vom Aufbau, der Höhe und bei Schaumstoffmatratzen von der Qualität der Schaumstoffe. Eine einschichtige Antidekubitus-Schaumstoffmatratze (90x200 cm) ist schon zwischen 100€ und 200€ erhältlich. Eine gute mehrschichtige Antidekubitus-Schaumstoffmatratze kostet ab 300€. Die Kosten für die Antidekubitus-Wechseldrucksysteme in der Standardausführung liegen zwischen 100€ und 350€. Hier ist zwischen Wechseldruck-Auflagesysteme und Wechseldruck-Matratzensysteme zu unterscheiden. Die Wechseldruck-Matratzensysteme haben bereits eine dünne Schaumstoffmatratze integriert und können ohne eine Matratze auf die Bettliegefläche gelegt werden. Die Pflegematratzen für Demenzerkrankte können ab 700€ erworben werden.

 

6. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie muss eine Pflegematratze gereinigt und desinfiziert werden?
Da der Pflegebedürftige viel im Bett liegt, schwitzt und ggf. inkontinent ist, werden die Pflegematratze und der Bezug durch Bakterien, Viren sowie Keime verunreinigt. Solch eine Verunreinigung kann zu Infektionskrankheiten führen, die insbesondere für Pflegebedürftige mit einem anfälligen Gesundheitszustand gefährlich sind. Daher ist eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Pflegematratze sehr wichtig.

  • Wenden Sie die Pflegematratze regelmäßig, um die Bildung von Kuhlen zu vermeiden
  • Lüften Sie die Pflegematratze regelmäßig aus.
  • Leichte Verschmutzungen können Sie mit einem Lappen und einer milden Seifenlauge entfernen. Beachten Sie die Pflegehinweise des Pflegematratzen-Herstellers.
  • Für die Desinfektion können Schaumstoffmatratzen in der Regel in einem Fachbetrieb autoklaviert werden.
  • Die Bezüge bzw. Matratzenhüllen sollen regelmäßige bei mindestens 60°C gewaschen werden. Bitte die Waschanleitungen am Etikett beachten.
  • Inkontinenz-Matratzenbezüge bei Bedarf mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren. Bitte die Angaben auf dem Desinfektionsmittel beachten.

In welcher Höhe sollte die Pflegematratze gewählt werden?
Grundsätzlich sind für die Auswahl der Pflegematratzenhöhe das Körpergewicht und die Körperstatur wichtig. Je schwerer der Pflegebedürftige ist, desto höher sollte die Pflegematratze sein. Wichtig ist, dass der Pflegebedürftige nicht zu tief einsinkt und sogar die Bettliegefläche spürt. Die gängigsten Höhen bei Pflegematratzen sind 12, 14, 16, 18 und 20cm.
Wann sollte eine Pflegematratze ausgetauscht werden?
Generell sollten Sie sich an die Angaben des Herstellers über die zu erwartende Lebensdauer der Pflegematratze halten. Des Weiteren sollte eine Pflegematratze bei extremen Verschmutzungen, die sich nicht mehr beseitigen lassen, bei starken Gerüchen und Einrissen gewechselt werden. Auch ist der Austausch der Pflegematratze bei entstandenen Kuhlen dringend notwendig. Generell zu beachten ist, dass Pflegebedürftige viel mehr Zeit im Bett verbringen als nicht pflegebedürftige Menschen. Aus diesem Grund ist selbst eine sehr hochwertige Matratze schneller durchgelegen als eine Matratze bei durchschnittlicher Nutzung von einer nicht-pflegebedürftigen Person.

 

 

Autor: Herr Martin Behrens (Dipl. Pflegewirt (FH))
Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss zum Diplom Pflegewirt war Herr Behrens 9 Jahre für einen großen, deutschen Medizinproduktehersteller tätig. In der Zeit war er verantwortlich für die Entwicklung und Gestaltung von Anti-Dekubitus-Schaumstoffmatratzen und die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen gemäß der Richtlinie 92/43/EWG.
2016 wechselte Herr Behrens zu einem anderen deutschen Hersteller von Medizinprodukten. Sein Fachgebiet wurde in dieser Zeit um alle Themen rund um das Pflegebett erweitert. Auch hier überwachte er wieder die Erfüllung der Regulatorischen Anforderungen gemäß der Richtlinie 92/43/EWG sowie der Verordnung (EU) 2017/745 (Medical Device Regulation).

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Dekubitusmatratzen

1. Wodurch zeichnen sich Dekubitusmatratzen aus und warum sind sie so wichtig?

Pflegebedürftige Menschen sind aufgrund altersbedingter oder krankheitsbedingter Einschränkungen viele Stunden am Tag an das Bett gebunden oder komplett bettlägerig. Daher ist die Auswahl einer bedarfsgerechten Dekubitusmatratze enorm wichtig, um eine optimale therapeutische und pflegerische Versorgung des Pflegebedürftigen zu ermöglichen.
Pflegematratzen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie können in der Dekubitusprophylaxe und -therapie (Vermeidung und Behandlung von Druckgeschwüren), für die Schmerzbehandlung, bei der Inkontinenzversorgung und auch bei der Versorgung von demenzerkrankten Menschen hilfreich sein. Zudem soll eine Pflegematratze bequem sein und einen erholsamen Schlaf ermöglichen.

1.1 Unterschied von herkömmlichen Matratzen zu Dekubitusmatratzen

Eine Dekubitusmatratze dient nicht allein dem gesunden und komfortablen Schlaf, sondern ist ein Hilfsmittel zur Unterstützung einer bestimmten Therapiemaßnahme, die auf die individuellen Bedürfnisse sowie Pflege- und Therapieziele des einzelnen Pflegebedürftigen abgestimmt sein muss.
Wesentliche Unterschiede zu handelsüblichen Matratzen sind:

  • speziell aufeinander abgestimmte Schaumstoffarten (Komfortschaum, Kaltschaum, Viscoschaum usw.) und Schaumstoffschichten, z.B. zur gezielten Druckentlastung
  • speziell definierte Oberflächenstrukturen (Quer- oder Längseinschnitte, Würfelstrukturen usw.) durch verschiedenste Einschnitte für eine anpassungsfähigere, druckentlastende und bewegungsfördernde Lagerung des Pflegebedürftigen
  • hohe Punktelastizität, um die Anpassungsfähigkeit an den Körper zu verbessern
  • Möglichkeit einer guten Luftzirkulation, auch innerhalb der Pflegematratze, durch Löcher und Kanäle für ein feuchtigkeitsregulierendes Bettklima
  • besonders abgestimmt auf die Verstellmöglichkeiten von Pflegebetten durch besondere Einschnitte an den Knickstellen, sodass eine bessere Beweglichkeit der Matratze ohne Beschädigung ermöglicht wird
  • Verwendung von schwerentflammbaren oder nicht entflammbaren Materialien
  • Benutzung von biokompatiblen, nicht toxischen Materialien
  • Schaumstoff-Pflegematratzen können in der Regel autoklaviert (desinfiziert) werden
  • Einsatz von atmungsaktiven und wasserundurchlässigen Matratzenhüllen / Spannbezügen, die beständig gegenüber Blut, Urin, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sind
  • Waschbare Bezüge bei 95°C in der Waschmaschine
  • Möglichkeit der Lagerung und Versorgung von adipösen (übergewichtigen) Pflegebedürftigen durch spezielle Schwerlastmatratzen

1.2 Anti-Dekubitus-Matratzen

Das Wundliegen (Entstehung eines Dekubitus) ist bei Pflegebedürftigen, die viel liegen, eine ständig begleitende Gefahr. Dieser Vorzubeugen oder einen Dekubitus zu heilen ist immer auch ein Aspekt von Pflegematratzen, weshalb man auch von Anti-Dekubitus Matratzen spricht.
Definition Dekubitus:
Im Duden wird die Bedeutung des Dekubitus als „das Wundliegen als Folge langen Liegens bei bettlägerigen Kranken“ beschrieben.
Nach der EPUAP/ NPUAP (European Pressure Ulcer Advisory Panel /National Pressure Ulcer Advisory Panel) ist die internationale Definition von Dekubitus „eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften.“ (Leitlinie Dekubitus Prävention, Eine Kurzanleitung, EPUAP, NPUAP: 2009)
Es gibt viele Risikofaktoren, die einzeln oder zusammen auftretend, die Entstehung eines Dekubitus begünstigen.
Zum Beispiel sind das:

  • Druckbelastung auf die Haut: 
    Durch eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit kann der Pflegebedürftige nicht den Druckbelastungen, die während des Liegens oder Sitzens innerhalb einer gewissen Zeit auf die Haut bzw. das Gewebe entstehen, durch selbstständige Ausgleichsbewegungen entgegenwirken. Dadurch werden die Blutgefäße im Gewebe deformiert und die Durchblutung vermindert, was eine Unterversorgung und ein Absterben des Hautgewebes zur Folge hat.
  • Grunderkrankungen:
    Durch die Auswirkungen und Folgen von Grunderkrankungen wird die Entstehung eines Dekubitus gefördert. Zum Beispiel schädigt die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus die Blutgefäße und verschlechtert die Blutzirkulation. Außerdem entwickelt sich bei den Betroffenen ein reduziertes Schmerzempfinden, sodass Schmerzen, die durch Druckbelastungen entstehen, nicht wahrgenommen werden. Es erfolgt dann keine Druckentlastungen durch Ausgleichsbewegungen.
  • Hautzustand im Alter:
    Mit dem Alter verändert sich die Hautstruktur. Sie wird schlaffer, trockener und verliert an Elastizität. Dadurch ist die Haut im Alter nicht mehr so widerstandsfähig und wird verletzlicher. Die Wundheilung wird im Alter auch langsamer.
  • Inkontinenz:
    Bei einer bestehenden Inkontinenz kann der Pflegebedürftige den Urin oder Stuhl nicht mehr kontrolliert ausscheiden. In solchen Fällen können verschiedene Inkontinenzartikel wie Einlagen und Windelhosen helfen. Jedoch ist die Haut ständig feucht und es wirken Schadstoffe und Bakterien aus dem Urin bzw. dem Stuhl ständig auf die Haut ein. Dadurch wird die Haut geschädigt und ist wiederum empfindlicher.
  • Falsche Lagerung des Pflegebedürftigen:
    Wird der Pflegebedürftige zu hart gelagert oder werden Lagerungstechniken falsch angewendet, kann es zu einer zusätzlichen Druckbelastung und zu Verletzungen der Haut durch Scherkräfte kommen.

 

2. Welche Dekubitusmatratze ist die Richtige?

2.1 Worauf ist beim Kauf zu achten?

Das vielseitige Angebot an Pflegematratzen bzw. Dekubitusmatratzen macht es nicht leicht, die geeignete Matratze zu finden. Eine Pflegematratze, die vielleicht für eine Vielzahl von Menschen die Richtige ist, kann für den einzelnen Pflegebedürftigen aufgrund seiner Bedürfnisse und seiner Erkrankung unpassend sein. Wenn möglich sollte bei der Auswahl der geeigneten Pflegematratze eine Pflegefachkraft für die Beratung hinzugezogen werden. 
Zu beachten ist, welche Grunderkrankungen und damit verbundene Einschränkungen vorliegen, da Pflegematratzen speziell auf die jeweiligen Krankheiten und Therapieziele ausgerichtet sind. So gibt es Pflegematratzen für die Vermeidung bzw. Behandlung von Dekubitus, für die Versorgung von Pflegebedürftigen mit Demenz, für die Linderung von durch Arthrose oder Rheuma verursachten Schmerzen oder Pflegematratzen speziell für die Versorgung von Menschen mit einer Inkontinenz.
Aspekte die die Person betreffen:

  • Hat der Pflegebedürftige eine Inkontinenz? In diesem Fall sollte zusätzlich ein wasserundurchlässiger Matratzenschoner oder eine wasserundurchlässige Matratzenhülle angeschafft werden.
  • Achten Sie darauf, dass die Pflegematratze gemäß Herstellerangaben für das Körpergewicht des Pflegebedürftigen geeignet ist. Oft sind Pflegematratzen in Abhängigkeit vom Gewicht des Pflegebedürftigen nach Härtegraden eingeteilt. Jedoch sollte individuell ausprobiert werden, welcher Härtegrad der Pflegematratze eine optimale Lagerung des Pflegebedürftigen zulässt.

Allgemeine Punkte bezüglich der Matratze:

  • Ist die Pflegematratze zusammen mit einem Pflegebett verwendbar? Die Pflegematratze muss in ihrer Länge und Breite vollständig den Abmessungen der Liegefläche eines evtl. bereits vorhandenen Pflegebettes entsprechen, da es sonst zu Verletzungen kommen kann. Außerdem sollten bei Pflegematratzen aus Schaumstoff Einschnitte an den Knickstellen vorhanden sein, die ein Anstellen der Rückenlehne und der Oberschenkelauflage uneingeschränkt möglich machen.
  • Die Pflegematratze und die Matratzenhülle / der Matratzenbezug müssen leicht zu reinigen sein. Der Matratzenschutz muss bei mindestens 60°C in der Waschmaschine gewaschen und auch desinfiziert werden können.
  • Pflegematratzen sollten aus hochwertigen Materialien bestehen, da sie durch die langen Liegezeiten und die pflegerischen Maßnahmen viel mehr beansprucht werden, als herkömmliche Matratzen. Ein wichtiger Indikator für die Qualität bei Schaumstoffmatratzen ist das Raumgewicht (mindestens 40kg/m3). Je höher das Raumgewicht, desto langlebiger ist die Matratze.
  • Sind Sie Allergiker oder Asthmatiker? In der Regel bestehen Pflegematratzen aus schadstofffreien und hautfreundlichen Materialien. Trotzdem sollte vor der Anschaffung geklärt werden, ob die Materialien der Pflegematratze und auch des Bezuges allergisch (z.B. Latexallergie) unbedenklich sind. Der Hersteller der Matratze kann Ihnen hierzu Auskunft geben.
  • Sind die Pflegematratze und der Matratzenschutz atmungsaktiv? Ein großer Risikofaktor für das Wundliegen (Dekubitus) bei Pflegebedürftigen, die lange Zeit im Bett liegen, ist die entstehende Feuchtigkeit zwischen Körper und der Pflegematratze. Um diesen Risikofaktor entgegenzuwirken, ist eine gute Luftzirkulation innerhalb der Pflegematratze und zwischen Körper und Matratzenschutz wichtig. Deshalb muss bei der Auswahl der Pflegematratze und des Matratzenschutzes auf atmungsaktive Materialien geachtet werden. So ist zum Beispiel Kaltschaumstoff offenporig und atmungsaktiver als Viscoschaum.
  • Soll die Pflegematratze häufig gewendet oder aus dem Bett genommen werden? (z.B. für den regelmäßigen Wechsel einer umseitigen Matratzenhülle) Dazu sollte die Pflegematratze leicht und die Matratzenhülle ggf. mit Halteschlaufen versehen sein.
  • Ist Ihr Lattenrost für die Pflegematratze geeignet? Einige Lattenroste haben zwischen den einzelnen Latten zu große Abstände, sodass die Matratze in den Zwischenräumen durchdrückt. Bei Schaummatratzen sollte der Abstand zwischen den einzelnen Latten nicht mehr als sechs Zentimeter betragen, damit diese nicht mit der Zeit beschädigt wird.

Pflegematratzen mit Viscoschaum (Memory Schaum):
Wenn Sie eher ein unruhiger Schläfer sind und in der Nacht öfter die Schlafposition wechseln, ist eine Pflegematratzen mit Viscoschaum nicht zu empfehlen. Neben der Eigenschaft des Viscoschaums, dass er mit zunehmender Wärme weicher wird und sich somit gut an die Körperkonturen anpasst (gute Weichlagerung), werden die Schlafbewegungen möglicherweise erschwert. Insbesondere für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Kraft und Mobilität ist dadurch ein selbstständiger Positionswechsel im Schlaf schwierig. Die Eigenbewegungen und die Mobilität werden weiter zusätzlich eingeschränkt. Auch für Menschen, die im Schlaf leicht schwitzen, ist eine Pflegematratze mit Viscoschaum nicht ratsam, da der Viscoschaum eher Wärme speichert und gering atmungsaktiv ist.
Pflegematratzen mit Wechseldruckfunktion:
Es gibt Pflegematratzen, die aus Luftkammern bestehen und für die Dekubitusversorgung verwendet werden. Dabei werden die Luftkammern abwechselnd befüllt bzw. entleert, sodass eine Druckbelastung an den aufliegenden Körperstellen immer nur kurzzeitig vorliegt. Solche Wechseldruckmatratzen sollten nicht bei Pflegebedürftigen mit einer Demenz/Alzheimer, mit Schmerzen, mit Wahrnehmungsstörungen oder nach einem Schlaganfall verwendet werden.

2.2 Welche Dekubitusmatratzenarten gibt es?

Liegt bei einem Pflegebedürftigen mindestens ein Risiko für die Entstehung eines Dekubitus vor oder besteht bereits ein Dekubitus, ist es sinnvoll eine Anti-Dekubitus-Matratze anzuschaffen.
Es gibt verschiedene Varianten, die unterschiedliche Wirkprinzipien haben. Entweder funktionieren sie als statische Systeme nach dem Prinzip der Druckverteilung oder bewirken als dynamische Systeme eine temporäre Druckentlastung. Es sind auch Systeme möglich, die die statische und dynamische Arbeitsweise kombinieren.
Statische Systeme zur Weichlagerung
Schaumstoffmatratzen für die Weichlagerung wirken nach dem Prinzip der Druckverteilung. Solche Anti-Dekubitus-Schaumstoffmatratzen bestehen meist aus aufeinander abgestimmten, unterschiedlich harten Schaumstoffen und Schichten. Die obere Schaumstoffschicht ist die weichste Schicht, um eine optimale Anpassung an die Körperkonturen des Pflegebedürftigen zu erreichen. Dadurch erfolgen eine Verteilung und Verminderung der Druckbelastung auf das Körpergewebe. Zusätzliche Längs- und Quereinschnitte in der oberen Schaumstoffschicht (Würfelstruktur) erzeugen eine punktelastische Druckverteilung. Es gibt auch Anti-Dekubitus-Würfelmatratzen, bei denen einzelne Schaumstoffwürfel herausgenommen werden können, um an speziell gefährdeten Stellen eine optimale Druckentlastung zu erhalten.
Hinweis: Gegenüber den dynamischen Systemen sind Weichlagerungsmatratzen für die Dekubitusprophylaxe und -therapie die bessere Alternative. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass eine andauernde Weichlagerung die Beweglichkeit des Pflegebedürftigen einschränkt und es zur Reduzierung von Spontanbewegung kommen kann.
Dynamische Systeme zur temporären Druckentlastung
Die dynamischen Systeme zur temporären Druckentlastung werden auch Wechseldrucksysteme genannt. Diese Systeme bestehen aus einer luftgefüllten Wechseldruckmatratze, die an ein elektronisches Steuergerät angeschlossen ist. Die Wechseldruckmatratze besteht aus einzelnen Luftzellen, die abwechselnd in einem gleichmäßigen Rhythmus auf- und abgepumpt werden. Die Körperbereiche des Pflegebedürftigen werden dadurch abwechselnd vom Druck der Wechseldruckmatratze entlastet.
Hinweis: Pflegebedürftige mit Wahrnehmungsstörungen, mit Demenz oder nach einem Schlaganfall sollten nicht auf einer Wechseldruckmatratze gelagert werden, da die wechselnden Bewegungen störend sein können. Außerdem ist bei der Anschaffung eines dynamischen Systems zu berücksichtigen, dass dieses laute Betriebsgeräusche sowie einen möglichen Wartungs- und Reparaturaufwand haben können.
Dynamische Systeme zur Stimulation der Mikrobewegungen
Diese Komplettsysteme bestehen aus einer mehrschichtigen Schaumstoffmatratze, die auf einem speziellen Rahmen inklusive Lattung liegt. Angeordnete Flügelfedern im Rahmen nehmen kleinste Bewegungen auf und geben diese durch die Matratze an den Pflegebedürftigen zurück. Dadurch entstehen Mikrobewegungen, die eine Druckentlastung zur Folge haben.
Kombinierte Schaumstoff-Luftkissenmatratzen
Kombinierte Schaumstoff-Luftkissenmatratzen (Hybridsystem) bestehen aus einem Schaumstoffmatratzenkern, der in verschiedene Kammern unterteilt ist, welche über ein Ventilsystem miteinander verbunden sind. Die Be- und Entlüftung erfolgt durch das Körpergewicht des Pflegebedürftigen oder wird bei der motorisierten Ausführung über eine elektronische Steuereinheit automatisch durchgeführt. Es kann sowohl ein statischer, als auch ein dynamischer Betrieb mit wechselnder Entlastung eingestellt werden. Dadurch, dass sich die Luft in den Schaumluftzellen selbstständig verteilt sowie durch das elastische Verhalten des Schaumstoffs, wird eine verbesserte Anpassung der Matratze an die Körperkonturen und somit eine Druckverteilung erreicht.
Dynamische Liegehilfen zur Umlagerung
Diese Systeme ermöglichen es, den Pflegebedürftigen in bestimmten Lagerungsintervallen aus der waagerechten Position in eine stabile 30° Lagerung zu bringen. Sie bestehen aus einer unteren und einer oberen Matratze. Die untere Matratze ist in der Längsrichtung beweglich und ermöglicht es z.B. durch Aufblasen verschiedener Luftkammern die obere Matratze entlang der mittleren Längsachse anzuwinkeln. Die Steuerung des Systems erfolgt über ein elektronisches Steuergerät. Um eine optimale Einsinktiefe zu erzielen und die Auflagefläche auf der Matratze zu vergrößern, ist der Fülldruck abhängig vom Körpergewicht einstellbar.
Wichtig: Die unterschiedlichen Varianten der Anti-Dekubitus-Matratzen habe alle das gleiche therapeutische Ziel - die Dauer und die Stärke der Druckkräfte auf die Haut zu verringern und somit die Entstehung eines Dekubitus zu verhindern und die Wundheilung bei bestehenden Dekubiti zu unterstützen. Jede Anti-Dekubitus-Matratze ist ausschließlich ein unterstützendes Hilfsmittel, dass die regelmäßig erforderlichen Lagerungswechsel des Pflegebedürftigen nicht ersetzen. Durch diese Hilfsmittel können ggf. die Lagerungsintervalle verlängert werden.
Pflegematratzen für Demenzerkrankte
Menschen mit einer Demenz verlieren zunehmend die Fähigkeit, sich bewusst und sicher zu bewegen, sich zu ernähren, die eigene Körperpflege durchzuführen und ihre Ausscheidungen zu kontrollieren. Außerdem verlieren sie immer mehr die eigene Körperwahrnehmung, sodass auch eine Orientierungslosigkeit, unruhiges und nervöses Verhalten sowie Angstzustände auftreten können. Der Demenzerkrankte versucht ständig die Eigenwahrnehmung wiederherzustellen und schläft dadurch oftmals unruhig. Daher dürfen Pflegematratzen für Demenzerkrankte nicht zu weich sein, da die Wahrnehmung beeinträchtigt wird und sich der Pflegebedürftige durch das tiefe Einsinken eingeengt fühlt. Eher müssen die Pflegematratzen fester sein und die Eigenwahrnehmung des Demenzerkrankten stimulieren. Dies kann zum Beispiel mit impulsgebenden Schaumstoffwürfeln in der Liegefläche oder durch Flügelfedern erreicht werden. Wenn sich der Demenzerkrankte auf der Pflegematratze sicher fühlt, wird er ruhiger und verspürt weniger Bewegungsdrang. Manche Pflegematratzen für Demenzerkrankte können zusätzlich mit einem Bettfluchtsystem ausgestattet werden. Wenn der Pflegebedürftige unruhig wird und sich auf die Bettkante setzt, löst ein integrierter Sensor einen akustischen und optischen Alarm aus. Dadurch kann die Pflegeperson rechtzeitig reagieren und den Demenzerkrankten vor Stürzen bewahren oder vor dem Weglaufen hindern.
Pflegematratzen bei Inkontinenz
Viele Pflegebedürftige leiden aufgrund einer Krankheit oder aufgrund ihres Alters an einer Inkontinenz, d.h. einem unkontrollierten Ausscheiden des Urins oder des Stuhls. Verschiedene Hilfsmittel, wie Einlagen, Windeln, Matratzenschutz können den Alltag trotz einer Inkontinenz erleichtern. Für die Nacht sind neben diesen Hilfsmitteln Pflegematratzen mit Inkontinenzschutz eine gute Alternative. Insbesondere Schaumstoffmatratzen lassen sich nach dem Kontakt mit Urin, Stuhl oder anderen Flüssigkeiten schlecht reinigen und desinfizieren. Dies ist nicht nur unhygienisch, sondern es können auch Infektionskrankheiten entstehen. Der Schaumstoff benötigt auch viel Zeit zum Trocknen, was zu Schimmelbildung führen kann. Um einem Kontakt mit Ausscheidungen und Flüssigkeiten zu verhindern, gibt es Pflegematratzen mit Matratzenhülle mit außenseitiger Polyurethan-Beschichtung. Solche Matratzenhüllen schützen die gesamte Pflegematratze, sind von außen nach innen wasserundurchlässig, jedoch von innen nach außen atmungsaktiv. Sie sind rundum elastisch und liegen faltenfrei an der Pflegematratze an. Durch einen Reißverschluss können sie abgezogen und bei mindestens 60°C gewaschen werden.

 

3. Welches Zubehör ist wann hilfreich?

Für Pflegematratzen sind folgende Zubehörteile möglich:

  • Inkontinenzauflagen
    Inkontinenzauflagen werden vollständig oder nur im Bereich des Gesäßes auf die Matratzenoberseite gelegt. Sie sind wasserundurchlässig. Gegenüber einer kompletten Matratzenhülle mit PU-Beschichtung haben Inkontinenzauflagen den Nachteil, dass sie die Matratze nicht vollständig schützen.
  • Inkontinenzbezüge
    Inkontinenzbezüge sind Spannbezüge mit einer äußeren Polyurethan-Beschichtung. Sie sind reißfest und dehnbar. Ein Schutz der Pflegematratze ist nicht vollständig gegeben. Gegenüber einer kompletten Matratzenhülle haben Inkontinenzbezüge den Nachteil, dass sie eher zur Faltenbildung neigen. Falten können zusätzliche Druckstellen hervorrufen und somit ein zusätzliches Dekubitusrisiko für Pflegebedürftige sein.  
  • Inkontinenz-Matratzenhüllen 
    Inkontinenz-Matratzenhüllen haben außen eine Polyurethan-Beschichtung. Solche Matratzenhüllen schützen die gesamte Pflegematratze, sind von außen nach innen wasserundurchlässig, jedoch von innen nach außen atmungsaktiv. Sie sind rundum elastisch und liegen faltenfrei an der Pflegematratze an. Durch einen Reißverschluss können sie abgezogen und bei mindestens 60°C gewaschen werden.
  • Matratzenverlängerungsstücke 20cm
    Im Fall einer nachträglichen Verlängerung des Pflegebettes auf 220cm bieten Hersteller Matratzenverlängerungsstücke von 20cm an, um nicht eine neue Pflegematratze anschaffen zu müssen. Diese Matratzenverlängerungsstücke haben im Idealfall den gleichen Aufbau und den gleichen Bezug, wie die Pflegematratze.
  • Matratzenschoner
    Matratzenschoner dienen ausschließlich als Schutz der Matratze und werden zwischen den Lattenrost und die Matratzenunterseite gelegt.
  • Matratzenschutz
    Ein Matratzenschutz besteht meist aus Baumwolle oder einem wasserundurchlässigen Material. Er dient als Schutz der Matratzenoberseite.

 

4. Gibt es finanzielle Unterstützung beim Kauf einer Dekubitusmatratze?

4.1 Von wem gibt es Unterstützung?

Wenn Sie eine Pflegematratze benötigen, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder Pflegekasse möglich. Die Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse haben nach dem fünften Sozialgesetzbuch (SGB V), § 33 Anspruch auf die Versorgung mit einem Hilfsmittel, zum Beispiel einer Pflegematratze.
Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?
Nach Genehmigung der Kostenübernahme übernimmt die Krankenkasse die mit ihren Anbietern (Sanitätshaus, Orthopädietechniker) vertraglich vereinbarten Preise. Zusätzlich müssen die Versicherten ab dem 18. Lebensjahr eine geringfügige Zuzahlung (Eigenanteil) von höchstens 10 Euro zahlen, sofern sie nicht von einer Zuzahlung befreit sind. Es entstehen für den Versicherten Mehrkosten, wenn der Versicherte eine Pflegematratze mit einer nicht notwendigen und aufwendigeren Ausführung als die angebotene Pflegematratze auswählt. Wird die Kostenübernahme nicht von der Krankenkasse übernommen, kann ein Antrag zur Kostenübernahme bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Versicherten einer gesetzlichen Pflegekasse haben nach dem Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI), § 40 Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, zum Beispiel einer Pflegematratze.
Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse?
Nach Genehmigung der Kostenübernahme übernimmt die Pflegekasse die Kosten der Pflegematratze, die für die Erstanschaffung anfallen. Zusätzlich müssen die Versicherten ab dem 18. Lebensjahr eine geringfügige Zuzahlung (Eigenanteil) von höchstens 25 Euro bezahlen, sofern sie nicht von einer Zuzahlung befreit sind.

4.2 Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die Krankenkasse kann die Kosten für die Pflegematratze unter den folgenden Voraussetzungen übernehmen:

  1. Durch die Verwendung der Pflegematratze wird der Erfolg der Krankenbehandlung gesichert, einer drohenden Behinderung wird vorgebeugt oder dadurch wird eine Behinderung ausgeglichen.
  2. Eine vertragsärztliche Verordnung (Rezept) ist bei Erstversorgung vorhanden.
  3. Die Pflegematratze muss mindestens die im Hilfsmittelverzeichnis gestellten Anforderungen an die Qualität der Versorgung und der Produkte erfüllen und im Hilfsmittelverzeichnis erfasst sein.

Ein Grad der Pflegebedürftigkeit muss nicht bestehen.
Die Pflegekasse kann die Kosten für eine Pflegematratze unter den folgenden Voraussetzungen übernehmen:

  1. Die Verwendung der Pflegematratze muss zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen.
  2. Die Pflegematratze ist soweit nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten.
  3. Eine Überprüfung der Notwendigkeit der Versorgung mit der beantragten Pflegematratze unter Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes (MDK) wurde durchgeführt.
  4. Es besteht eine Pflegebedürftigkeit, d.h. ein Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad) wurde durch den Medizinischen Dienst (MDK) bestätigt.
  5. Die Pflegematratze erfüllt mindestens die im Pflegehilfsmittelverzeichnis festgelegten Anforderungen an die Qualität der Versorgung und der Produkte und ist im Pflegehilfsmittelverzeichnis erfasst.

Wem gehört die Pflegematratze?
Wenn Sie eine Pflegematratze beantragt haben und ihre Krankenkasse/Pflegekasse die Kostenübernahme bewilligt hat, erhalten Sie diese Pflegematratze meist von einem Sanitätshaus. Beachten Sie, dass es lediglich eine Leihgabe ist, d.h. grundsätzlich bleibt die Matratze Eigentum der Kranken- oder Pflegekasse. Sie darf nicht weiter verliehen, verschenkt oder verkauft werden. Wird die Pflegematratze nicht mehr benötigt, wird sie wieder vom Lieferanten (Sanitätshaus) abgeholt, wiederaufbereitet oder entsorgt.

4.3 Ablauf der Beantragung einer Matratze

Wie wird die Kostenübernahme für die Pflegematratze bei der Krankenkasse beantragt?
Wenn Ihr behandelnder Arzt für Sie die Notwendigkeit einer Pflegematratze sieht, muss er eine ärztliche Verordnung (Rezept) erstellen. Sie als Versicherter müssen sich mit dieser ärztlichen Verordnung dann an Ihre Krankenkasse wenden und sich über die Hilfsmittelanbieter erkundigen, mit denen Ihre Krankenkasse Versorgungsverträge abgeschlossen hat. Alternativ können Sie meistens auch auf der Homepage Ihrer Krankenkasse eine Onlinesuche der Vertragspartner (Hilfsmittelanbieter) für Ihre Pflegematratze durchführen. Nachdem die Krankenkasse Ihnen einen Hilfsmittelanbieter (Sanitätshaus usw.) für Ihre Pflegematratze genannt hat, lassen Sie sich dort einen Kostenvoranschlag erstellen. Anschließend reichen Sie den Antrag für die Pflegematratze zusammen mit der ärztlichen Verordnung bei der Krankenkasse des Pflegebedürftigen ein. Die Krankenkasse hat nun drei Wochen Zeit, Ihren Antrag zu prüfen und die Kostenübernahme zu entscheiden. Wird die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bewilligt, liefert das zuständige Sanitätshaus eine passende Pflegematratze an Sie aus.
Wie wird die Kostenübernahme für das Pflegebett bei der Pflegekasse beantragt?
Der Antrag für die Kostenübernahme der Pflegematratze ist in der Regel bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen als Vordruck oder online erhältlich. Der Antrag kann zunächst auch formlos bei der Pflegekasse per Telefon gestellt werden und der Vordruck wird zum Ausfüllen zugeschickt. Eine ärztliche Verordnung wird für den Antrag für die Kostenübernahme bei den Pflegekassen nicht benötigt. Jedoch muss eine Pflegebedürftigkeit vorliegen, d.h. ein Grad der Pflegebedürftigkeit (Pflegegrad) wurde durch den Medizinischen Dienst (MDK) bestätigt. Bereits ab dem Pflegegrad I hat der Pflegebedürftige Anspruch auf ein Pflegehilfsmittel, also auch auf eine Pflegematratze. Bestätigt der MDK eine Pflegebedürftigkeit, kann in seinem Gutachten der Bedarf einer Pflegematratze beschrieben sein. Nach einem positiven Bescheid über die Kostenübernahme durch die Pflegekasse sucht das entsprechende Sanitätshaus die passende Pflegematratze aus und liefert sie dem Pflegebedürftigen aus.

4.4 Was können Sie tun, wenn der Antrag abgelehnt wurde?

Wenn der Antrag für die Kostenübernahme von Ihrer Kranken- oder Pflegekasse abgelehnt wird, haben Sie ein Widerspruchsrecht. Dieser Widerspruch muss schriftlich innerhalb von vier Wochen nach Zugang des Ablehnungsbescheides bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse eingereicht werden. Auf dem Ablehnungsbescheid ist die Widerspruchsfrist vermerkt. Es ist zu empfehlen den Widerspruch zu begründen und die Notwendigkeit der Pflegematratze für den Pflegebedürftigen deutlich darzulegen. Lassen Sie sich bei dem Widerspruch von Ihrem behandelnden Arzt helfen und den Widerspruch bescheinigen. Nach Prüfung Ihres Widerspruchs wird ein zweiter Bescheid der Krankenkasse/Pflegekasse zugeschickt. Die Krankenkasse/Pflegekasse hat nun die Möglichkeit, die Kostenübernahme doch noch zu bewilligen oder sie erneut abzulehnen. Wenn der Widerspruch gänzlich abgelehnt werden sollte, können Sie Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Hierfür empfiehlt es sich, sich durch einen Fachanwalt beraten zu lassen.
Hinweis: Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen bei Ihrer Pflegekasse stellen, haben Sie Anspruch auf eine individuelle und kostenlose Beratung durch einen Pflegeberater oder eine Pflegeberaterin. Die Pflegeberatung nennt Ihnen mögliche bundes- oder landesrechtliche Sozialleistungen sowie sonstige Hilfsangebote und hilft Ihnen bei der Inanspruchnahme der Leistungen. Die Pflegekassen bieten einen Termin und eine Ansprechperson für solch eine Pflegeberatung an, die innerhalb von zwei Wochen nach der Antragstellung stattfinden sollte. Es ist aber auch möglich, die Hilfe von Pflegeberatern/Pflegeberaterinnen der Kommunen oder der Wohlfahrtverbände in Anspruch zu nehmen. In vielen Städten arbeiten die meisten Pflegeberater / -innen in sogenannten Pflegestützpunkten. Auch die Angehörigen können eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen, sofern die pflegebedürftige Person zustimmt.

 

5. Dekubitusmatratze selbst kaufen – Worauf achten und was kostet eine Matratze?

5.1 Was muss bei der Auswahl beachtet werden?

Wenn Sie eine neue Pflegematratze selbst kaufen wollen, haben Sie die Vorteile, dass Sie Ihre Matratze nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen aussuchen oder zusammenstellen können. Auch ist in diesem Fall sicher, dass Sie eine fabrikneue und keine wiederaufbereitete Pflegematratze bekommen. Mittlerweile werden im Internet sehr gute und vor allem preisgünstige Pflegematratzen auch von Markenherstellern angeboten.

5.2 Was kostet eine Dekubitusmatratze?

Die Kosten für eine Pflegematratze sind abhängig vom Aufbau, der Höhe und bei Schaumstoffmatratzen von der Qualität der Schaumstoffe. Eine einschichtige Antidekubitus-Schaumstoffmatratze (90x200 cm) ist schon zwischen 100€ und 200€ erhältlich. Eine gute mehrschichtige Antidekubitus-Schaumstoffmatratze kostet ab 300€. Die Kosten für die Antidekubitus-Wechseldrucksysteme in der Standardausführung liegen zwischen 100€ und 350€. Hier ist zwischen Wechseldruck-Auflagesysteme und Wechseldruck-Matratzensysteme zu unterscheiden. Die Wechseldruck-Matratzensysteme haben bereits eine dünne Schaumstoffmatratze integriert und können ohne eine Matratze auf die Bettliegefläche gelegt werden. Die Pflegematratzen für Demenzerkrankte können ab 700€ erworben werden.

 

6. FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie muss eine Pflegematratze gereinigt und desinfiziert werden?
Da der Pflegebedürftige viel im Bett liegt, schwitzt und ggf. inkontinent ist, werden die Pflegematratze und der Bezug durch Bakterien, Viren sowie Keime verunreinigt. Solch eine Verunreinigung kann zu Infektionskrankheiten führen, die insbesondere für Pflegebedürftige mit einem anfälligen Gesundheitszustand gefährlich sind. Daher ist eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Pflegematratze sehr wichtig.

  • Wenden Sie die Pflegematratze regelmäßig, um die Bildung von Kuhlen zu vermeiden
  • Lüften Sie die Pflegematratze regelmäßig aus.
  • Leichte Verschmutzungen können Sie mit einem Lappen und einer milden Seifenlauge entfernen. Beachten Sie die Pflegehinweise des Pflegematratzen-Herstellers.
  • Für die Desinfektion können Schaumstoffmatratzen in der Regel in einem Fachbetrieb autoklaviert werden.
  • Die Bezüge bzw. Matratzenhüllen sollen regelmäßige bei mindestens 60°C gewaschen werden. Bitte die Waschanleitungen am Etikett beachten.
  • Inkontinenz-Matratzenbezüge bei Bedarf mit einem Flächendesinfektionsmittel desinfizieren. Bitte die Angaben auf dem Desinfektionsmittel beachten.

In welcher Höhe sollte die Pflegematratze gewählt werden?
Grundsätzlich sind für die Auswahl der Pflegematratzenhöhe das Körpergewicht und die Körperstatur wichtig. Je schwerer der Pflegebedürftige ist, desto höher sollte die Pflegematratze sein. Wichtig ist, dass der Pflegebedürftige nicht zu tief einsinkt und sogar die Bettliegefläche spürt. Die gängigsten Höhen bei Pflegematratzen sind 12, 14, 16, 18 und 20cm.
Wann sollte eine Pflegematratze ausgetauscht werden?
Generell sollten Sie sich an die Angaben des Herstellers über die zu erwartende Lebensdauer der Pflegematratze halten. Des Weiteren sollte eine Pflegematratze bei extremen Verschmutzungen, die sich nicht mehr beseitigen lassen, bei starken Gerüchen und Einrissen gewechselt werden. Auch ist der Austausch der Pflegematratze bei entstandenen Kuhlen dringend notwendig. Generell zu beachten ist, dass Pflegebedürftige viel mehr Zeit im Bett verbringen als nicht pflegebedürftige Menschen. Aus diesem Grund ist selbst eine sehr hochwertige Matratze schneller durchgelegen als eine Matratze bei durchschnittlicher Nutzung von einer nicht-pflegebedürftigen Person.

 

 

Autor: Herr Martin Behrens (Dipl. Pflegewirt (FH))
Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss zum Diplom Pflegewirt war Herr Behrens 9 Jahre für einen großen, deutschen Medizinproduktehersteller tätig. In der Zeit war er verantwortlich für die Entwicklung und Gestaltung von Anti-Dekubitus-Schaumstoffmatratzen und die Erfüllung der regulatorischen Anforderungen gemäß der Richtlinie 92/43/EWG.
2016 wechselte Herr Behrens zu einem anderen deutschen Hersteller von Medizinprodukten. Sein Fachgebiet wurde in dieser Zeit um alle Themen rund um das Pflegebett erweitert. Auch hier überwachte er wieder die Erfüllung der Regulatorischen Anforderungen gemäß der Richtlinie 92/43/EWG sowie der Verordnung (EU) 2017/745 (Medical Device Regulation).

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